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    Vitamine

    • Sven Kamann
    • May 25, 2025 at 6:02 PM
    • July 11, 2025 at 1:33 PM
    • 1,848 times viewed
    • 5 Minutes
    • Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen, die der Körper für zahlreiche Funktionen benötigt – z. B. für den Stoffwechsel, das Immunsystem, das Wachstum und die Zellfunktion. Sie liefern zwar keine Energie wie Kohlenhydrate oder Fette, sind aber unverzichtbar, damit viele Prozesse im Körper richtig ablaufen.

      1. Was sind Vitamine?

      Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen. Der menschliche Körper kann sie nicht oder nur unzureichend selbst herstellen – deshalb müssen sie regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden.
      Nur wenige Ausnahmen wie Vitamin D oder Niacin können teilweise selbst gebildet werden, reichen aber meist nicht aus.

      Vitamine zählen zu den essenziellen Mikronährstoffen: Ohne sie können viele Stoffwechselvorgänge im Körper nicht ablaufen.


      2. Einteilung: Fettlösliche und wasserlösliche Vitamine

      KategorieMerkmaleBeispiele
      Fettlösliche VitamineAufnahme nur mit Fett möglich. Speicherung in Leber und Fettgewebe. Gefahr einer Überdosierung (Hypervitaminose) ist höher.A, D, E, K
      Wasserlösliche VitamineKönnen kaum gespeichert werden (außer B12). Überschüsse werden über die Nieren ausgeschieden. Müssen regelmäßig zugeführt werden.B-Vitamine, Vitamin C



      3. Funktionen der Vitamine

      Vitamine übernehmen vielfältige Aufgaben: Sie wirken als Coenzyme, schützen Zellen vor oxidativem Stress (Antioxidantien) und steuern wichtige Prozesse wie Blutbildung, Knochenaufbau oder Zellteilung.

      Beispiele:

      • Vitamin D reguliert den Calciumstoffwechsel und stärkt Knochen und Zähne.
      • Vitamin K ist für die Blutgerinnung unerlässlich.
      • Folsäure (B9) ist in der Schwangerschaft für die Zellteilung unverzichtbar.
      • Vitamin C unterstützt das Immunsystem und schützt vor freien Radikalen.

      4. Hypovitaminose und Hypervitaminose

      Hypovitaminose (Vitaminmangel) kann durch einseitige Ernährung, chronische Krankheiten, Alkoholmissbrauch oder erhöhten Bedarf entstehen.
      Beispiele: Skorbut (Vitamin-C-Mangel), Rachitis (Vitamin-D-Mangel), Anämien (Folsäuremangel).

      Hypervitaminose (Überdosierung) betrifft vor allem fettlösliche Vitamine, da sie gespeichert werden können. Bei wasserlöslichen Vitaminen ist eine Überdosierung selten, da Überschüsse meist ausgeschieden werden.

      VitaminKritisch abMögliche Folgen
      Vitamin A1–2 mg Retinol/Tag über längere ZeitLeberschäden, Fehlbildungen in der Schwangerschaft
      Vitamin D4.000–10.000 I.E./Tag über WochenHyperkalzämie, Nierensteine
      Vitamin E>300–1.000 mg/Tag langfristigBlutgerinnungsstörungen
      Vitamin KÜberdosierung aus natürlicher Nahrung selten–
      Vitamin C>2.000 mg/TagDurchfall, Magenbeschwerden
      Niacin (B3)>500 mg/TagFlush, Leberschäden
      Vitamin B6>500–1.000 mg/Tag über MonateNervenschäden



      5. Übersicht: Alle Vitamine (Stand 2025)

      5.1. Fettlösliche Vitamine

      VitaminFormenFunktionenMangelQuellen
      ARetinol, Beta-CarotinSehvorgang, Zellteilung, HautNachtblindheitLeber, Eigelb, Karotten, Kürbis, Spinat
      DD2 (Ergocalciferol), D3 (Cholecalciferol)KnochenstoffwechselRachitisLachs, Hering, Lebertran, Eigelb, UV-Licht
      ETocopheroleAntioxidansNeurologische StörungenWeizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Nüsse
      KK1 (Phyllochinon), K2 (Menachinon)Blutgerinnung, KnochenBlutungsneigungGrünes Gemüse, Kohl, Sauerkraut, Natto


      5.2. Wasserlösliche Vitamine

      VitaminFormenFunktionenMangelQuellen
      B1ThiaminKohlenhydratstoffwechsel, NervenBeriberiVollkorn, Hülsenfrüchte
      B2RiboflavinEnergiegewinnungMundwinkelrhagadenMilch, Eier, grünes Gemüse
      B3NiacinEnergiestoffwechselPellagraFleisch, Fisch, Erdnüsse
      B5PantothensäureCoenzym A, HormonsyntheseSeltenLeber, Eier, Avocado
      B6PyridoxinAminosäurestoffwechselHautentzündungenFleisch, Fisch, Kartoffeln
      B7BiotinFettsäurestoffwechsel, Haut, HaareHaarausfallEigelb, Nüsse, Haferflocken
      B9Folat, FolsäureZellteilung, SchwangerschaftAnämieBlattgemüse, Hülsenfrüchte
      B12CobalamineBlutbildung, NervenPerniziöse AnämieFleisch, Fisch, Eier
      CAscorbinsäureAntioxidans, EisenaufnahmeSkorbutZitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli



      6. Körpereigene Synthese: die Ausnahmen

      VitaminSelbstbildung möglich?Besonderheit
      DJaUV-B-Strahlung erforderlich
      KTeilweiseDarmflora produziert K2
      B3 (Niacin)TeilweiseAus Tryptophan
      B12TheoretischBildung im Dickdarm, Aufnahme nur im Dünndarm



      7. Gibt es noch andere „Vitamine“? Ein Blick in die Geschichte

      In der Vitaminforschung gab es viele Stoffe, die man früher irrtümlich als Vitamine bezeichnet hat. Heute gelten sie nicht mehr als solche:

      • Vitamin F: Historische Bezeichnung für ungesättigte Fettsäuren (z. B. Linolsäure). Diese gelten heute als Makronährstoffe.
      • Vitamin B4, B8, B10, B13: Bezeichnungen aus alten Lehrbüchern:
        • B4: Cholin oder Adenin, heute semi-essenziell.
        • B8: Inositol, semi-essenziell.
        • B10: Pteroylglutaminsäure – heute Folsäure (B9).
        • B13: Orotinsäure – keine essenzielle Funktion.
      • Vitamin P: Flavonoide wie Rutin – sekundäre Pflanzenstoffe, aber keine Vitamine.
      • Vitamin T, U, H2: Marketingbegriffe für Kohlsaftbestandteile – wissenschaftlich überholt.

      Merke: Nur die 13 bekannten Vitamine (A, D, E, K, B1–B12, C) gelten heute als wissenschaftlich anerkannt.


      8. Vitamine im Alter und in der Pflege

      8.1. Warum ist Vitaminversorgung im Alter besonders wichtig?

      • Mit zunehmendem Alter nimmt die Aufnahmefähigkeit des Körpers ab.
      • Die Haut produziert weniger Vitamin D.
      • Appetitlosigkeit, Kau- und Schluckbeschwerden erschweren eine ausgewogene Ernährung.
      • Viele Medikamente können die Vitaminaufnahme beeinträchtigen.

      8.2. Besonders kritische Vitamine bei älteren Menschen

      • Vitamin D: beugt Osteoporose vor, reduziert Sturz- und Knochenbruchrisiko.
      • Vitamin B12: wichtig für Nerven und Gedächtnis, Mangel kann Demenzsymptome verstärken.
      • Folsäure und B6: wichtig für Blutbildung und Herz-Kreislauf.
      • Vitamin C und E: stärken das Immunsystem.

      8.3. Praxistipps für Pflegekräfte und Angehörige

      • Mahlzeiten nährstoffreich und bei Bedarf weich oder püriert zubereiten.
      • Bewegung und Sonnenlicht fördern die Vitamin-D-Bildung.
      • Regelmäßige Blutkontrollen (z. B. B12, D) einplanen.
      • Medikamente auf Wechselwirkungen prüfen lassen.
      • Bei Mangel gezielt und in Rücksprache supplementieren.

      9. Weitere wichtige Fakten und Tipps

      9.1. Referenzwerte kennen

      Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlicht Referenzwerte, die zeigen, wie viel ein Mensch täglich braucht – abhängig von Alter, Geschlecht oder Schwangerschaft.

      9.2. Lagerung und Zubereitung

      Vitamine wie C und B1 sind licht- und hitzeempfindlich. Gemüse am besten frisch verarbeiten, nicht lange wässern und schonend garen.

      9.3. Bioverfügbarkeit beachten

      • Fett unterstützt die Aufnahme fettlöslicher Vitamine.
      • Beta-Carotin wird mit Öl besser aufgenommen.
      • Kaffee kann die Eisenaufnahme hemmen.

      9.4. Nahrungsergänzungsmittel

      Ergänzungen können bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll sein, z. B. Vitamin D im Winter oder B12 für Veganer – immer mit Fachpersonal abklären.


      10. Wussten Sie schon?

      • Das Wort „Vitamin“ stammt von „Vita“ (Leben) und „Amin“ (Stickstoffverbindung) – nicht alle Vitamine enthalten Stickstoff.
      • Über 30 Nobelpreise wurden für Vitamin-Forschung vergeben.
      • Früher galt Lebertran als wichtigste Vitamin-D-Quelle.

      11. Tipps für die optimale Versorgung auf einen Blick

      • Abwechslungsreich essen: Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Fisch, Eier, Nüsse, Milchprodukte.
      • Gesunde Fette unterstützen die Aufnahme fettlöslicher Vitamine.
      • Täglich etwas Sonnenlicht stärkt die körpereigene Vitamin-D-Bildung.
      • Risikogruppen wie Schwangere, Senioren oder Veganer sollten auf B12, D und Folsäure besonders achten.
      • Nahrungsergänzungsmittel nur bei nachgewiesenem Mangel und immer in Absprache mit Fachpersonal einsetzen.

      Weiterführende Literaturhinweise

      PSG
      1. Office of Dietary Supplements (NIH, USA)
        • Vitamin A: https://ods.od.nih.gov/factsheets/Vit…thProfessional/
        • Vitamin D: https://ods.od.nih.gov/factsheets/Vit…thProfessional/
        • Vitamin E: https://ods.od.nih.gov/factsheets/Vit…thProfessional/
        • Vitamin C: https://ods.od.nih.gov/factsheets/Vit…thProfessional/
      2. Harvard T.H. Chan School of Public Health – Nutrition Source
        • Vitamin B1: https://nutritionsource.hsph.harvard.edu/vitamin-b1/
        • Vitamin B2–B12 Übersichtsseite: https://nutritionsource.hsph.harvard.edu/vitamins/
      3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
        • Fachinformationen zu Mikronährstoffen: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamine/
      4. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
        • Übersicht: https://www.bzfe.de/inhalt/vitamine-27278.html
      5. Verbraucherzentrale Deutschland
        • Vitamine kompakt: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensm…instecken-10334
      6. Apotheken Umschau
        • Vitaminlexikon: https://www.apotheken-umschau.de/gesundheit/vitamine/
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    Table of Contents

    • 1. Was sind Vitamine?
    • 2. Einteilung: Fettlösliche und wasserlösliche Vitamine
    • 3. Funktionen der Vitamine
    • 4. Hypovitaminose und Hypervitaminose
    • 5. Übersicht: Alle Vitamine (Stand 2025)
      • 5.1. Fettlösliche Vitamine
      • 5.2. Wasserlösliche Vitamine
    • 6. Körpereigene Synthese: die Ausnahmen
    • 7. Gibt es noch andere „Vitamine“? Ein Blick in die Geschichte
    • 8. Vitamine im Alter und in der Pflege
      • 8.1. Warum ist Vitaminversorgung im Alter besonders wichtig?
      • 8.2. Besonders kritische Vitamine bei älteren Menschen
      • 8.3. Praxistipps für Pflegekräfte und Angehörige
    • 9. Weitere wichtige Fakten und Tipps
      • 9.1. Referenzwerte kennen
      • 9.2. Lagerung und Zubereitung
      • 9.3. Bioverfügbarkeit beachten
      • 9.4. Nahrungsergänzungsmittel
    • 10. Wussten Sie schon?
    • 11. Tipps für die optimale Versorgung auf einen Blick

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