1. Krankheitslehre
- Ätiologie: Beschäftigung mit den Ursachen und auslösenden Faktoren einer Erkrankung.
- Pathogenese: Untersuchung der Entstehung und Entwicklung einer Erkrankung (Leidensentstehung).
- Symptomatik: Befassen mit den klinischen Merkmalen bzw. Symptomen, die eine Erkrankung kennzeichnen.
- Komplikationen: Sekundäre Ereignisse oder zusätzliche Probleme, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Grunderkrankung auftreten. Hierbei wird abgewogen, ob weitere Erkrankungen parallel entstehen oder entstanden sind.
- Prognose: Aussage zum wahrscheinlichen Verlauf und Ausgang einer Erkrankung, basierend auf statistischen Erkenntnissen oder individuellen Erfahrungen.
- Therapie: Alle Maßnahmen zur Behandlung einer Krankheit. Man unterscheidet nach:
- Techniken: konservative Therapie (z. B. medikamentös, physikalisch) vs. operative Therapie (chirurgische Eingriffe)
- Zielen:
- Kurative Therapie (heilungsorientiert)
- Palliative Therapie (lindernd, ohne Heilungsabsicht)
- Kausale Therapie (Beseitigung der Ursache)
- Symptomatische Therapie (Linderung der Symptome)
- Supportive Therapie (unterstützende Maßnahmen, z. B. Begleitbehandlungen)
- Diagnose: Genaue Zuordnung von Symptomen und Befunden zu einer bestimmten Krankheitsentität. Unterschieden werden:
- Verdachtsdiagnose (initiale Einschätzung)
- Gesicherte Diagnose (abgesicherte Befundlage)
- Siehe auch: Differentialdiagnostik (Abgrenzung von ähnlichen Krankheitsbildern)
- Festlegen einer Definition: Formulierung einer kurzen, eindeutigen Begriffsbestimmung und Abgrenzung gegenüber anderen Krankheiten.
2. Mögliche Krankheitsverläufe
Unabhängig von der spezifischen Erkrankung kann der Verlauf typischerweise in fünf Kategorien fallen:
- Vollständige Ausheilung (Restitutio ad integrum): Wiederherstellung des vor der Erkrankung bestehenden Gesundheitszustands.
- Defektheilung: Besserung des Gesundheitszustands, jedoch ohne vollständige Wiederherstellung – es verbleiben Residuen oder funktionelle Defizite.
- Rezidiv: Wiederauftreten einer Erkrankung nach einer beschwerdefreien Phase.
- Chronifizierung: Eine Erkrankung heilt nicht mehr aus oder die Ursache kann nicht beseitigt werden, sodass ein chronischer Zustand entsteht.
- Dekompensation: Entgleisung eines bestehenden Krankheitsprozesses: Der Organismus kann den pathophysiologischen Veränderungen nicht mehr ausgleichen, was zu einer Verschlechterung des Zustands führt.